Menü

Pionier aus Düsseldorf: Olaf Brauser

Olaf Brauser aus Düsseldorf
Off

Umweltschutz ist kein Business

„Erstmal sollen die anderen machen, vorher mach ich gar nix“ – für wohl kaum eine andere Einstellung hat Olaf Brauser weniger Verständnis. Der Düsseldorfer geht selbst voran, als Pionier mit „Sonne im Tank“. Ob sich das finanziell lohnt, ist für ihn nebensächlich: „Ich kann doch nicht aus allem ein Business machen“, sagt er. Wer es sich leisten könne, solle beitragen zum Umweltschutz.

Ich wollte mich, was Energie angeht, möglichst unabhängig machen

Olaf Brauser kann es sich leisten, und er tut es auch. Der Hals-Nasen-Ohrenarzt least einen elektrischen SUV und produziert auf dem Flachdach des Eigenheims seiner Familie rund 5.800 Kilowattstunden Strom im Jahr. „Ich wollte mich, was Energie angeht, möglichst unabhängig machen“, erklärt der 44-Jährige die Entscheidung für die Photovoltaikanlage beim Hauskauf 2013, die 2015 umgesetzt wurde. Module mit 7 Kilowatt peak Nennleistung sind seitdem auf dem Flachdach installiert, ein Speicher hält bis zu 5 Kilowattstunden Sonnenenergie auch nachts vor. Das Laden eines Elektroautos war von Anfang an eingeplant.

Das aktuelle E-Auto speichert bis zu 75 Kilowattstunden und kommt damit rund 400 Kilometer weit. Das macht Brauser mehr Spaß als der jüngst wieder abgegebene elektrische Zweitwagen der Kompaktklasse. Der passte noch nicht so recht zu den zu bewältigenden Strecken, so dass Brauser nach längeren Fahrten auch schon mal „schwitzend mit Tempo 80 über die A 52 nach Hause geeiert“ war, wie er zu Protokoll gibt. Der neue Zweitwagen, der schon bestellt ist, bringt deshalb auch eine passendere Speicherkapazität mit.

Olaf Brauser mit seinem E-Auto

Die Jungs sind geflasht vom Wagen – und sensibilisiert für Verbrennungsmotoren und Abgase

Auf das sportliche Auto ist Brauser sichtlich stolz, freut sich an Komfort und Fahrspaß. Die könnte er aber natürlich auch mit anderen Motoren haben. Der Punkt ist für ihn ein anderer: Der Punkt ist die sauberere Luft, die seine acht- und zwölfjährigen Söhne einatmen. „Die Jungs sind voll geflasht von dem Wagen – aber auch sensibilisiert für Verbrennungsmotoren und Abgase“, beschreibt Brauser den Effekt des sportlichen E-Autos auf die Familie. Er selbst merkt die Feinstaubbelastung trotz des recht grünen Wohnviertels bei jeder Fahrradfahrt zur Praxis. Und an den vielen Allergiefällen, die er als Arzt behandelt.

Die lokale Luftqualität ist aber längst nicht alles, was Brauser interessiert. Gedankenloses Alltagshandeln, Bequemlichkeit auf Kosten der Umwelt – für ihn ist das auf vielen Gebieten nicht nachvollziehbar. Egal ob es um das Mitbringen der eigenen Tasche zum Einkauf geht oder um die Entscheidung für die Elektromobilität bei noch recht dünnem Ladenetz: „Es ist doch alles nur eine Frage der Organisation. Das kostet alles ein bisschen Arbeit, aber es ist auch erfüllend.“

Mit der App den Sonnenstrom im Blick

Einen Eindruck davon bekommt man, wenn zufällig die Sonne hinter den Wolken hervorkommt, während Brauser in seiner App die Anlagenleistung im Blick hat. „Bäm!“, ruft er aus, „mal eben 5.000 Watt!“ Die Familie versucht, solche Gelegenheiten mit starker Stromerzeugung zu nutzen, indem sie Waschmaschine und Geschirrspüler dann anstellt. „Wir hatten auch schon Tage, an denen wir beide Autos vollgeladen haben, der Speicher voll gewesen ist und wir noch eingespeist haben“, berichtet Brauser. „Das ist natürlich perfekt.“

Solche Tage und alle kleinen Erfolge sind für Brauser Ansporn und Verpflichtung auf die eigene Verantwortung zugleich: „Es geht doch“, sagt er. „Und es geht wahrscheinlich noch viel mehr.“

Es geht doch! Und es geht wahrscheinlich noch viel mehr.

Olaf Brauser nutzt eine App zur Kontrolle der Stromerzeugung

Gefördert durch

Logo EULogo Efre