Mieterstrom jetzt!

Stand:

"Mieterstrom jetzt!": Unter diesem Motto fordert ein Verbände-Bündnis aus Nordrhein-Westfalen unter Federführung der Verbraucherzentrale NRW den Bundeswirtschaftsminister zum Handeln auf: Solarstrom, der auf Mietshäusern produziert und direkt an die Bewohner verkauft wird, soll sofort dem Eigenverbrauch gleichgestellt und so von Umlagen entlastet werden.

Off

Diesen Appell senden die Verbraucherschützer gemeinsam mit dem Deutschen Mieterbund Nordrhein-Westfalen und dem Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Rheinland Westfalen an Sigmar Gabriel. Unterstützt werden sie durch NRW-Klimaschutzminister Johannes Remmel.

Bundeswirtschaftsminister Gabriel ist seit dem Beschluss der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im Juli ermächtigt, eine entsprechende Verordnung zu entlassen. Dieser Schritt würde Solaranlagen auf Mietshäusern sowohl für Betreiber als auch für die Mieter attraktiver machen. "Der Mieterstrom muss kommen, um die Energiewende fairer zu gestalten", betont Wolfgang Schuldzinski, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW. "Mieterinnen und Mieter stehen oft nicht im Fokus der Energiewende oder gelten nur als deren Leidtragende", sagt Minister Remmel. "Sie sind aber ebenso wichtig für dieses Projekt wie Eigentümer. Unsere Klimaschutzziele erreichen wir nur gemeinsam." Der Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Rheinland Westfalen und der Deutsche Mieterbund Nordrhein-Westfalen unterstützen die Forderung gleichermaßen, da sowohl Vermieter als auch Mieter von attraktiven Mieterstrommodellen profitieren würden.

Zum Hintergrund:
Mieterstrom ist Strom aus einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach eines Miethauses, der direkt an die Mieter verkauft wird. Es handelt sich also um sauberen, potenziell günstigen Strom aus dezentraler Erzeugung, der die Netze nicht belastet. Derzeit fällt auf so vermarkteten Strom die volle EEG-Umlage an, weil dieser Verbrauch nicht als Eigenverbrauch gilt. Das macht das Modell relativ unattraktiv, so dass es selten umgesetzt wird. Denn die Preise der regulären Stromversorgung aus dem Netz können nicht weit unterschritten werden. Bei der EEG-Novelle hat Sigmar Gabriels Bundeswirtschaftsministerium deshalb eine Verordnungs-Ermächtigung erhalten: Er soll den Mieterstrom dem Eigenverbrauch gleichstellen, also dem Strom, den der Besitzer einer Solaranlage selbst verbraucht. Das würde mindestens eine auf 40 Prozent reduzierte EEG-Umlage bedeuten und so einen Spielraum von mehreren Cent pro Kilowattstunde für preisliche Vorteile gegenüber dem Strom anderer Versorger eröffnen. Gleichzeitig könnten die Anlagenbetreiber, also etwa die Vermieter, trotzdem auf ihre Kosten kommen.

Gefördert durch

Logo EULogo Efre