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Heizkessel austauschen - so geht's Schritt für Schritt

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Kesseltausch sollte frühzeitig geplant werden: bevor die Heizung kaputt geht!
  • Wichtiger Schritt: Den Sanierungszustand der alten Heizung bewerten. Durch Fördergelder lohnt sich ein Austausch auch früher!
  • Die richtige Heizung aussuchen? Das geht entweder nach ökologischen oder ökonomischen Gründen.
Person mit roten Schuhen läuft blaue Treppe hich
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Heizung austauschen – in 3 Schritten richtig planen

Alte Heizkessel arbeiten ineffizient und verbrauchen häufig sehr viel Brennstoff. Eine Heizungsmodernisierung ist daher ökologisch und ökonomisch sinnvoll – in manchen Fällen sogar gesetzlich vorgeschrieben! Außerdem steigt mit dem Alter der Heizung auch das Risiko einer Störung oder eines kompletten Ausfalls.

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) verlangt den Austausch von Öl- oder Gasheizkesseln, die älter als 30 Jahre sind. Diese Regelung gilt für Ein- und Zweifamilienhäuser bei einem Eigentümerwechsel seit 2002 und bei Mehrfamilienhäusern.

Es gibt also viele Gründe für eine Heizungssanierung! Damit der reibungslosen Heizungsmodernisierung nichts im Wege steht, hier die wichtigsten Tipps:

1. Ausgangssituation betrachten: Die Heizungsanlage checken (lassen)

Ist ein Austausch Ihrer Heizung notwendig? Eine erste Analyse Ihres Heizkessels kann hilfreich sein. Stellen Sie sich hierzu folgende Fragen:

  • Ist Ihre Heizung älter als 15 Jahre?
  • Sind in der letzten Zeit Störungen aufgetreten?
  • Heizen Sie noch mit einem Heizwertkessel, z.B. einem Konstanttemperatur-Heizkessel?  
  • Ist die Leistung des Kessels angemessen?
  • Heizen Sie noch mit Öl?
  • Ist Ihr Jahresverbrauch zu hoch?
  • Gibt es sichtbare Feuchteschäden am Schornstein?
  • Fehlt eine witterungs- oder zeitgeführte Heizungsregelung?
  • Ist Ihr Heizungsraum wärmer als 22 Grad?


Informationen zu diesen Fragen finden Sie in Ihrem Schornsteinfegerprotokoll, dem Typenschild auf dem Heizkessel und der Abrechnung von Gas- oder Brennstofflieferung. Wenn Sie mindestens eine dieser Fragen mit "Ja" beantworten müssen, ist ein Austausch Ihrer Heizung sinnvoll und sollte geplant werden. In diesen Fällen lohnt es sich auch finanziell für Sie: die Investitionskosten sind durch geringere Verbrauchskosten schnell ausgezahlt und Sie sparen sich weitere mögliche Reparaturkosten.

2. Heizung richtig auswählen: Was ist Ihnen wichtig?

Heute können Sie zwischen vielen verschiedenen Heizungssystemen und Energieträgern wählen. Ganz zentral bei Ihrer Entscheidung: Die neue Heizung sollte zu Ihren Bedürfnissen passen und den jetzigen sowie geplanten Sanierungszustand des Hauses berücksichtigen.

Bei der Planung helfen folgende Fragen:

  • Wollen Sie die neue Heizung nach ökonomischen oder ökologischen Gesichtspunkten auswählen?
  • Wollen Sie beim bisherigen  bleiben oder einen Energieträger-Wechsel vornehmen?
  • Wie ist der Sanierungszustand Ihres Hauses? Zum Beispiel der Fenster oder Fassade?
  • Wie ist der Zustand der Heiztechnik insgesamt, beispielsweise der Leitungen und Heizflächen?
  • Haben Sie über den Einsatz erneuerbarer Energien nachgedacht?
  • Möchten Sie auch Sonnenenergie – für Strom oder Wärme – nutzen?
  • Läuft die Versorgung mit Warmwasser über die zentrale Heizung oder separat?
  • Steht ein Lagerraum etwa für Holzpellets zur Verfügung?
  • Ist eine Bohrung oder das Verlegen von Erdkollektoren für eine Wärmepumpe auf dem Grundstück möglich?


Wenn Sie bei Ihrem bisherigen Energieträger wie Gas oder Öl bleiben, sind die Anschaffungskosten für eine neue Heizung in der Regel nicht so hoch und lohnen sich schon durch den Umstieg auf die effizientere Brennwerttechnik. Dieser Standard  holt die maximale Wärme aus dem Brennstoff heraus, während der CO2-Ausstoß geringer wird.

Ein Heizsystem mit erneuerbaren Energien schützt die Umwelt und macht sie unabhängig von knapper werdenden (fossilen) Brennstoffen und den steigenden Energiepreisen von Gas und Öl. Die Investitionskosten bei einer solarthermischen Anlage, Wärmepumpe oder Holzpelletheizung sind zwar auf den ersten Blick höher, werden aber durch  Förderprogramme und zinsgünstige Darlehen  (z.B. der KfW-Förderbank) bezahlbar.

Informieren Sie sich über die Vor- und Nachteile aller gängigen Heizsysteme.

3. Heizungsaustausch planen und Angebote einholen: Worauf Sie achten sollten

Haben Sie sich für ein neues Heizsystem entschieden? Holen Sie bei Ihren ortsansässigen Heizungsfachbetrieben individuelle Angebote ein. Vergleichen Sie die Kosten und Leistungsangebote für die neue Heizung gut und wählen Sie einen seriösen Fachbetrieb für Ihre Heizungsmodernisierung.

Folgende Fragen sollten Sie mit Ihrem Heizungsinstallateur vor dem Austausch klären, um böse Überraschungen zu vermeiden. Ein guter Betrieb sollte zu allen Fragen ausreichende Informationen geben können – ist das nicht der Fall, holen Sie weitere Angebote ein.

  • Wann ist ein guter Zeitpunkt für den Kesseltausch?
  • Wie lange müssen Sie bis zur Installation der neuen Heizung warten?
  • Welche Erfahrungen hat der Betrieb mit dem gewünschten Heizsystem?
  • Wer entsorgt die alte Heizungsanlage?
  • Welche Fördermöglichkeiten gibt es und welche Bedingungen sind daran geknüpft?


Wir empfehlen die Angebote von einer unabhängigen Energieberatung prüfen zu lassen, insbesondere bei hohen Investitionen in neue Systeme – wie etwa einer Solarthermie-Anlage oder Wärmepumpe. Die Energieberaterin oder der Energieberater kann die geplante Dimensionierung von Kesselleistung und Speicher überprüfen und Ihnen mögliche Maßnahmen zur Optimierung und Förderprogramme nennen.

Heizung optimieren: Heizungspumpe, Heizkörper, Rohre und Co. aufeinander abstimmen

Die neue Heizung soll im ganzen Haus für Komfort sorgen und dabei wirtschaftlich arbeiten. Dafür ist es wichtig alle weiteren Heizungskomponenten unter die Lupe zu nehmen und die Heizung zu optimieren: Heizungspumpe, Heizungsrohre, Heizkörper oder Thermostate.

Die Heizung sollte so gesteuert sein, dass sie sich nicht nur der Außentemperatur, sondern auch Ihren Bedürfnissen und persönlichen Tagesabläufen anpasst. Die meisten Heizungsanlagen sind standardmäßig "witterungsgeführt", sodass das System automatisch auf die Außentemperatur reagiert. Moderne Heizungen bieten darüber hinaus die Möglichkeit, den Kessel mit dem Internet zu verbinden und die Heizung beispielsweise über Wettervorhersagen oder eine App von unterwegs steuern zu lassen.

Dämmen Sie außerdem Ihre Heizungsrohre und Armaturen im Heizungsraum – so vermeiden Sie unnötige Wärmeverluste und sparen Heizkosten.

In den meisten Häusern arbeiten noch alte Heizungspumpen. Diese verbrauchen rund 95% mehr Strom als eine elektronisch geregelte "Hocheffizienzpumpe" – ein Umtausch lohnt sich.

Ihre Heizkörper sind unterschiedlich warm oder die Heizung gluckert? Lassen Sie – durch einen Heizungsfachbetrieb – einen hydraulischen Abgleich durchführen. Dieser sorgt für eine behagliche und gleichmäßige Wärmeverteilung im ganzen Haus  und Sie sparen zusätzliche Heizkosten. Außerdem sorgt der Abgleich für einen wirtschaftlich optimalen Betrieb von Brennwertkessel oder Wärmepumpe.

Und zu guter Letzt: Lassen Sie für einen dauerhaft unproblematischen Betrieb Ihre Heizung regelmäßig warten!

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