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Umweltvorteil der E-Autos

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Ökobilanz eines E-Autos ist besser als die eines herkömmlichen Benzin- oder Dieselautos.
  • E-Autos verursachen weniger Abgase und Lärm.
  • Der Rohstoffabbau von Lithium und Kobalt muss kritisch betrachtet werden.
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Die Frage nach der Umweltwirkung stellt sich nicht nur beim E-Auto.

Gerade herkömmliche Verbrennungsmotoren, also Benziner oder Diesel, verursachen viele Umweltbelastungen: von der Herstellung des Autos selbst über die Kraftstoffgewinnung bis hin zu den Emissionen während der Fahrt, insbesondere Kohlenstoffdioxid (CO2) und Stickstoffoxide (NOx). Weitere bekannte Probleme rund um die Nutzung von Verbrennungsmotoren: Kriege um Erdöl, Ölbohrungen in der Arktis, Teersandabbau in Kanada und folgenschwere Öl-Tankerunfälle auf den Weltmeeren.

Wie umweltfreundlich sind Elektroautos wirklich?

Immer wieder werden Studien aus dem Internet zitiert, die Folgendes behaupten: E-Autos sind nicht umweltfreundlicher als Benzin- oder Dieselautos. Angeblich müssten Sie mindestens 100.000 Kilometer (km) bzw. 8 Jahre emissionsfrei fahren, um umweltfreundlicher zu fahren als mit einem Dieselauto. Tatsache ist jedoch: Das E-Auto verbraucht während seines gesamten Lebenszyklus – also von der Rohstoffgewinnung, über die Produktion und die Energiebereitstellung im Fahrbetrieb bis zur Entsorgung – wesentlich weniger Energie und stößt viel weniger CO2 in die Atmosphäre aus als vergleichbare Benziner oder Diesel. Das bestätigt eine Untersuchung des Bundesumweltministeriums. Dieser Umweltvorteil gilt trotz des hohen Energieverbrauchs bei der Akku-Herstellung und trotz getankten Graustroms, der im deutschen Strommix 2018 noch 38 % Kohlestrom beinhaltete. Mit jedem Jahr, in dem die erneuerbaren Energien weiter ausgebaut werden, wird der Strommix umweltverträglicher. Das verbessert fortlaufend die Ökobilanz aller E-Autos.

Weniger Abgase und Feinstaub in der Stadt

Die Innenstädte werden durch Elektroautos deutlich entlastet – sie stoßen nämlich keine Abgase (z.B. CO2, NOx) aus. Auch die Belastung durch Feinstaub ist dort geringer, wo die Menschen am meisten darunter leiden. Hinzu kommt der Abrieb der Reifen und Bremsen. Bei E-Autos fällt der Abrieb der Bremsen jedoch viel geringer aus als bei Verbrennern – ein klarer Vorteil. Die Bremsenergie wird wiederum genutzt, um die Batterie wieder etwas aufzuladen. So werden die Bremsen des E-Autos weitestgehend geschont und verschleißen weniger.

Besser für die Ökobilanz: Solarstrom vom Dach

Wer direkt Solarstrom tankt, ist mit dem E-Auto so umweltfreundlich wie möglich unterwegs. Bereits ein einzelnes Standard-Solarmodul produziert jedes Jahr genug Strom für rund 1.000 km Fahrt. Dazu sollte der Strom direkt vom Dach in die Autobatterie geladen werden. Aber auch wer sein Fahrzeug mit "normalem" Netzstrom lädt, tankt immerhin knapp 40 % Strom aus erneuerbaren Quellen. Fahrzeuge mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren können derzeit nur in geringem Maße von erneuerbaren Energien profitieren – im Super-Benzin sind etwa 5% erneuerbarer Energien.

Probleme bei der Rohstoffgewinnung: Lithium und Kobalt

Aufgrund der weltweit wachsenden Nachfrage nach Elektroautos wird auch der Abbau und anschließende Verbrauch von bestimmten Rohstoffen steigen. Vor allem Lithium und Kobalt werden in allen Akkus verbaut – egal ob im Handy, Laptop oder eben im E-Auto. Das Ökoinstitut hat in einer Studie herausgefunden, dass die Reserven bei diesen beiden Rohstoffen bis 2050 ausreichen. Zeitweise sei jedoch ein Engpass wahrscheinlich, da die benötigten Fördermengen nicht schnell genug erhöht werden können. Das Recycling dieser wertvollen Rohstoffe muss also weiter vorangetrieben werden, um zukünftig ausreichende Mengen an Lithium und Kobalt sicherzustellen.

Neben der Frage nach Reserven sind die Förderbedingungen der Rohstoffe problematisch.

Lithium wird in Südamerika – meist Chile und Bolivien – gewonnen. Dafür werden große Mengen Grundwasser abgepumpt, was Flussläufe austrocknen und auf landwirtschaftlich genutzten Ackerflächen zu Wassermangel führen kann. Dadurch wird die Lebensgrundlage indigener Völker vernichtet und die Pflanzenwelt in dieser Region stark geschädigt.

Im Zusammenhang mit dem Abbau von Kobalt in der Demokratischen Republik Kongo wird immer wieder von Kinderarbeit und gesundheitsgefährdenden Arbeitsbedingungen in kleinen Minen afrikanischer Dörfer berichtet. Tatsache ist, dass der Anteil des problematischen Kleinbergbaus nur 20 % der Kobaltförderung im Kongo ausmacht. Der wesentlich größere Anteil des Kobalts wird in kommerziellen Großminen gewonnen. Dort sind die Arbeitsbedingungen besser geregelt und es gibt keine Kinderarbeit. Das mindert aber nicht die bestehenden Probleme in den Kleinminen.

Sowohl beim Abbau von Lithium als auch von Kobalt sind Politik und Automobilindustrie gefragt: In den betroffenen Regionen müssen Kinderarbeit verhindert werden, allgemein bessere Arbeitsbedingungen herrschen und hohe Standards für den Umweltschutz gesetzt werden. Derzeit wird außerdem an einer neuen Generation von E-Auto-Batterien geforscht, die mit wesentlich weniger Kobalt auskommt oder sogar ganz auf Kobalt verzichten kann.

Perspektiven für eine grüne Zukunft?

Mit zunehmendem Anteil erneuerbarer Energien am Strommix verbessert sich die Umweltbilanz von E-Autos gegenüber Verbrennern immer mehr. Der Abstand wird laufend größer, so dass dem E-Auto eine vielversprechende Zukunft vorhergesagt werden kann.

Deswegen bleibt die Suche nach Alternativen nicht aus – ganz abgesehen von der Frage nach dem Sinn und Nutzen der Technik.

Trotzdem gilt: Wie bei allen Technologien führt die massenhafte Produktion und die andauernd benötigte Energie, um die Technik nutzen zu können, zu Auswirkungen auf die Umwelt. Die Elektromobilität hat in diesem Sinne noch viele Entwicklungspotenziale, eine deutlich umweltverträglichere Mobilität zu ermöglichen.

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